3D-Rekonstruktion der Wohnhäuser

Da für die dreidimensionale Rekonstruktion der Bürgerhäuser keine überlieferten Dokumente existieren, welche konkrete Informationen über die architektonische Gestalt und Dimension der Gebäude darstellen, wurde nach dem Prinzip der „Analogieschlüsse“ gearbeitet. Das bedeutet, dass in Nachbarstädten, welche zeitgleich zu der Stadt Büderich existierten nach noch vorhandenen oder in Teilen rekonstruierten Gebäude recherchiert wurde. Unter anderem ist die mittelalterliche Architektur Kalkars untersucht und publiziert 1. Diese Gebäude dienten dann als Grundlage für die 3D-Rekonstruktion am Computer. Der Schwerpunkt bei der Rekonstruktion lag darin, einerseits ein historisch fundiertes Ergebnis zu erzielen und anderseits einen gestalterischen und ästhetischen Gesamteindruck zu entwickeln und weniger eine baukonstruktiv exakte Rekonstruktion.
Das folgende Bild zeigt einen Ausschnitt aus den zweidimensionalen Rekonstruktionsstudien der Ziergiebelhäuser.

Bild 1: 2D-Rekonstruktion von Giebel- und Trauffassaden nach dem Prinzip des Analogieschlusses

Die Gebäudestruktur der Wohnhäuser bestand im Wesentlichen aus „Ziergiebelhäusern“, „Einfachen giebel- und traufständigen Häusern“, „Fachwerkhäusern“ und „Nebengebäuden“ wie Scheune, Ställe, Schuppen etc. . Als Material wurde sowohl Naturstein als auch der gebrannte Ziegel (Feldbrantstein) verwendet. Das Erscheinungsbild der Fassaden war sowohl steinsichtig als auch verputzt.

Bild 2: 2D-Rekonstruktionsstudien von Giebel- und Trauffassaden nach dem Prinzip des Analogieschlusses

Auf dieser Grundlage wurde mit der Hilfe eines 3D-CAD-Systems ein Katalog von Gebäuden mit unterschiedlicher Nutzung und Gestalt generiert, welcher als „Baukasten“ für die Entwicklung eines städtebaulichen Gesamtbildes diente. Für die Positionierung der Gebäude wurde ein Plan verwendet, welcher die städtebauliche Figur in einer zweidimensionalen Darstellung zeigt und klar die bebauten und nicht bebauten Flächen farblich kenntlich macht. Der Plan wurde folgendem Buch entnommen:
Martin Wilhelm Roelen, Margret Wensky (2018): ... des vorigen florisanten Status beraubt. Büderich im 18. Jahrhundert. Studien und Quellen zur Geschichte von Wesel, 39. Selbstverlag des Stadtarchivs Wesel.

Bild 3: 3D Katalog von Gebäudetypen.
Bild 4: Städtebauliches Gesamtbild der Wohnhäuser.

In einem letzten Schritt wurde die stadträumliche Qualität in Form von Perspektiven in Aughöhe überprüft.

Bild 5: Ziergiebelhäuser in der Marktstraße
Bild 6: Blick von Kirche in Marktstraße
Bild 7: Blick von Marktstraße in Feldstraße
Bild 8: Blick in die Bierstraße
Bild 9: Blick in die Goldstraße
Bild 10: Beinhaus neben der Kirche
Bild 11: Blick in den Eiermarkt mit Brunnenhaus (Mitte).
Bild 12: Baustelle
Bild 13: Katholisches Pfarrhaus
Bild 14: Haus Casteel
Bild 15: Ref. Pfarrhaus
Bild 16: Blick auf Ref. Schule

Die folgende Stadtsilhouette (ohne Stadtmauer und Türme) soll klären, ob der Gesamteindruck der städtebaulichen Figur dem typischen Erscheinungsbild einer mittelalterlichen Stadt, welche durch ihre kleinteilige und recht heterogene architektonische Struktur geprägt ist, entspricht.

Bild 17: Silhouette Wohnhäuser


Quellen:

  1. Kalkar. Haustypologische Untersuchung einer mittelalterlichen Stadtgründung Biecker, Johannes • Nelles, Irene • Popke, Ilsetraut. (1994) - In: Die Stadt im Mittelalter. Kalkar und der Niederrhein S. 263-281
  2. Der zugrunde gelegte Grundriss der Stadt stammt aus: Martin Wilhelm Roelen, Margret Wensky (2018): ... des vorigen florisanten Status beraubt. Büderich im 18. Jahrhundert. Studien und Quellen zur Geschichte von Wesel, 39. Selbstverlag des Stadtarchivs Wesel.