Zwei besonders imposante Bürgerhäuser

Haus Casteel und das spätere kath. Pastorat

Haus Casteel
Ausschnitt aus der Ansicht van der Meulens 1672.
Quelle: Isabelle Bideau, Mobilier national
späteres kath. Pastorat
Ausschnitt aus der Ansicht van der Meulens 1672.
Quelle: Isabelle Bideau, Mobilier national
Rathaus Kalkar, Rückseite
Rathaus Kalkar, Vorderseite
Altes Rathaus Rees

Betrachtet man die Standtansichten Alt-Büderichs, so fallen neben der Burg, der Stadtbefestigung mit den Stadttoren, der Turmwindmühle, der Pfarrkirche und dem Kloster zwei weitere große Gebäude auf. Diese sind besonders gut und detailreich auf der 1672 entstandenen Stadtansicht Adam Frans van der Meulens zu erkennen.

Beide Bürgerhäuser weisen starke Analogien zum bekannten Rathaus Kalkar auf, welches 1446 durch den klevisch herzöglichen Baumeister Johann Wyrenberg im Stil der niederrheinischen Backsteingotik erbaut wurde.

Auch das frühere Rathaus der Stadt Rees ist stilistisch vergleichbar.

Der Baustil lässt darauf schließen, dass beide Bürgerhäuser im 15. Jahrhundert gebaut wurden. Sicher ist, dass beide Gebäude nur in der Blütezeit der Stadt entstanden sein können, die spätestens 1586 mit der Einnahme der Stadt durch spanische Truppen ein Ende fand.

Leider ist nicht bekannt, welche Baumeister die Gebäude entwarfen und errichteten. In Betracht kommen hierfür Gisbert Schairt, Johann Wyrenberg oder Heinrich Blanckebiel

Genausowenig ist bekannt, in wessen Auftrag die Bauten gebaut wurden. In Frage kommen mehrere reiche Kaufmannsfamilien.

Bekannt ist, dass am 30. November 1563 Reiner Solenander ein Haus mit dem Namen Wals,  welches sich an der Stadtmauer befand, erwarb. Dabei könnte es sich um das spätere kath. Pastorat gehandelt haben.

Gesichert ist, dass zwischen 1691 und 1706 der kath. Pfarrer Ignatius Willemsen den Kirchenvorstand dazu veranlasste das Haus von den in Wesel lebenden Töchtern des verstorbenen Schöffen Johann Hunerfusz für die kath. Gemeinde als Pastorat zu kaufen.
Das erforderliche Geld lieh man sich in Wesel bei Meiering und Aesbeck. Die Schuld wurde bis 1759 getilgt.
Da nach klevischem Recht die Zivil-Gemeinde verpflichtet war das Pfarrhaus bereitzustellen, einigte man sich dahingehend, dass die Stadt zum Ausgleich 20 Reichstaler an die Kirchenkasse zahlte.

 

 

Rekonstruktionsvorschlag späteres kath. Pastorat

 

Rekonstruktionsvorschlag Haus Casteel

Quellen:

  1. Martin Wilhelm Roelen, Margret Wensky: ...des vorigen florisanten Status beraubt - Büderich im 18. Jahrhundert, Selbstverlag des Stadtarchiv Wesels, 2018, ISBN 978-3-924380-34-2 S.78-80
  2. Johann Heinrich Schoofs: Geschichte der katholischen Gemeinde in Büderich, von den Tagen der Reformation bis auf die neueste Zeit, nach den Acten des Pfarrarchivs und des Dekanatsarchivs Xanten, Wesel, 1880, S.87f